Gestern um kurz nach 15 Uhr landete die ZeroG wieder in Paderborn. Technisch wie wissenschaftlich ein sehr gelungener Flugtag. Auf dem Plan standen Entmischungsmessungen mit insgesamt vier unterschiedlichen Staubgemischen. Die gute alte IMPF-K2-Kammer, die wir nun wieder verwenden, hat gute Dienste geleistet. Die Diagnostik funktionierte tadellos und die Qualität der Schwerelosigkeit war ebenfalls sehr gut.
Der Zwischenstopp in Frankreich auf dem Hinweg bestand wirklich nur aus Landung, erneutem Rollen zum Startbahnanfang und Start und war in ca. 15 Minuten erledigt. Das Betanken in Lille auf dem Rückflug dauerte jedoch über eine Stunde und zehrte schon etwas an den Kräften der Parabonauten. Somit sind wir froh, mit 6 Personen vor Ort zu sein und die Flugcrew von Tag zu Tag austauschen zu können.
Hier noch die Flugprofile des eigentlichen Parabelflugs sowie der zwei „Ferry Flights“:
Ferry-Flight auf dem Hinflug: Paderborn – Paris Vatry ChalonsFlugroute des ParabelflugsHöhen- und Geschwindigkeitsprofil des ParabelflugsFerry-Flight auf dem Rückflug: Lille – Paderborn
Die Crew (Stefan, Harald, Wojciech) ist wie immer heldenhaft zum ersten Flugtag gestartet. Wer genau auf Flightradar24 nachschaut, wird sich vielleicht wundern: Aus rechtlichen Gründen muss die ZEROG die Parabelflüge in Frankreich starten und beenden. Das heißt:
Zunächst gibt es einen „Ferry-Flight“ nach Frankreich. Von dort wird zum Parabelflug gestartet. Dann wieder in Frankreich landen. Auftanken. „Ferry-Flight“ nach Paderborn.
Das Team ist also planmäßig von 8 Uhr bis 14:30Uhr unterwegs. Wir sind gespannt wie sie aus dem Flieger steigen 🙂
Unsere Reise nach Paderborn beginnt morgens um 8 Uhr in Greifswald bei der Autovermietung. Selbst auf dem Weg dorthin begegnen wir noch Ex-Parabonaut Dr. C. K. mit Lastenrad. Ob das ein gutes Omen ist?!
Unsere Gefährte sind ein 7,5t LKW, der die Experimentracks und die Zarges Boxen transportieren soll, sowie ein Bus. Nach dem wir die Fahrzeuge unter unsere Kontrolle gebracht haben, fahren wir erst noch zum Einladen zum Institut. Wie ihr am Dienstag schon sehen konntet, stand ja auch schon alles im Foyer bereit. Mit freundlicher Unterstützung von Peter und dem Institutsreinigungspersonal war dann auch alles schnell verladen, sodass wir um 9.30 Uhr losfahren konnten. Just in dem Moment bekamen wir dann auch eine SMS zu unseren Corona-Tests – eine positive Nachricht, denn es gab keinen Hinweis auf das Virus.
Der LKW wird gepackt
Ab nun gab der LKW die Geschwindigkeit vor, bis Hamburg kamen wir auch gut voran. Nach einer kurzen Stärkungspause schlug allerdings die A7 zu, sodass wir für die Strecke Hamburg-Hannover 3h gebraucht haben.
Unsere Deadline für die Ankunft wurde immer schwieriger einzuhalten – bis 18h wollten wir unser Experiment ausgeladen haben. Angekommen am Flughafen sind wir schließlich um 18:20. Im Gegensatz zu den Kampagnen in Bordeaux gibt es hier allerdings strengere Sicherheitsvorkehrungen: Das Experiment muss zunächst von Sicherheitspersonal durchgecheckt werden. Nach längerer Diskussion wird uns gestattet, diesen Test an Bord des LKW zu machen, sodass wir nicht alle Paletten dafür aus- und wieder einladen müssen. Über Nacht darf der LKW dann innerhalb des Flughafengeländes bleiben, uns wird der Zugang allerdings noch verwehrt, da wir noch nicht auf der Liste stehen. Das Entladen und Entpacken des Experiments muss dann bis zum Experiment Review mit Fréderic um 10 Uhr passieren. Hoffentlich klappt das dann am nächsten morgen…
Damit ist die Arbeit dann erst einmal getan für heute. Auf zum Hotel und endlich ein wohl verdientes Abendessen einnehmen. Vielleicht nicht so groß wie die Garonne, aber auch in Paderborn gibt es Lokalitäten am Fluss. Mal sehen, was wir da in den nächsten Tagen zu sehen bekommen.
André Rangiert den LKW zu unserer „Box“Der Workshop – für unseren Geschmack ein wenig zu eng 😉Vor dem Hangar schaut auch die Air Zero-G schon reinBeim Entpacken des ExperimentsKurzer Schnack mit dem Knapek’schen ExperimentStefan und Fréderic beim ReviewWährend des ReviewsWährend des ReviewsWährend des Reviews
Am nächsten morgen starten wir früh mit dem Frühstück im Hotel. Mit der Hoffnung, dass wir schnell mit einem Zugangspass durch die Sicherheitskontrolle (ja, für jeden Zugang zum Flughafen müssen wir da einmal durch, der Workshop ist natürlich innerhalb des Flughafens) kommen, wird uns vor Ort schnell zu Nichte gemacht. Wir stehen immer noch nicht auf der Liste. Nach ca. 30 Minuten bekommen wir dann aber einen vorläufigen Tagespass. Während André den LKW über das Roll Feld fahren darf, fährt der Rest mit dem Shuttle Bus zum Hangar, in dem der Workshop ist.
Schnell ist alles ausgeladen, der selbstmitgebrachte Hubwagen stellt sich als bester Helfer heraus und so schaffen wir es tatsächlich gegen 9.45 Uhr das Review mit Fréderic zu starten.
Nun wird am Boden gefoamt, morgen früh soll das Experiment geboardet werden.
Parabelflüge und Fallturm-Experimente an der Universität Greifswald