Wir brauchen eure Hilfe. Während das Experiment (fast) steht, kann man das vom Team noch nicht ganz sagen. Mit einem größtenteils neuen Experiment stellt sich natürlich die Frage: Brauchen wir auch ein neues HPGID? Oder sollte ich allgemeiner sagen: Maskottchen? Denn die Eignung als HPGID hängt natürlich stark davon ab, ob unser (neues oder altes) Maskottchen an einer Schnur befestigt werden kann und somit die Gravitation anzeigt. Während z.B. Cordula seit Jahren einen hervorragenden Job macht, ist Flat Eric in der aktuellen Konfiguration für diese Aufgabe prinzipbedingt nicht so gut geeignet.
Sollten wir auf die inzwischen jahrzehntelange Erfahrung von Cordula und/oder Flat Eric setzen oder ist es nur sinnvoll, mit neuem Experiment auch dem HPGID-Nachwuchs eine Chance zu geben? Lasst es uns unten in der Umfrage wissen!
Konkrete Vorschläge könnt ihr natürlich gerne in den Kommentaren äußern. Sachspenden (ausgenommen rosa Einhörner) können im Institut abgegeben werden.
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Wenn ihr oben die letzte Option gewählt habt, beantwortet bitte auch die folgenden Fragen:
Zugegeben: eigentlich war die EMV-Messung ein Selbstläufer. Noch nie hatten wir hier Probleme, den Grenzwert für das abgestrahlte elektrische Feld einzuhalten. Spannend war jedoch das Wiegen des neuen Racks.
Eine Vorgabe ist, dass kein Rack über 200 kg Masse haben darf. Unser altes Rack lag bei ca. 250 kg und durfte zuletzt nur aus Bestandsschutz-Gründen noch fliegen. Genau dies war übrigens einer der Gründe, jetzt neu zu bauen.
Im Grunde ist es ja ganz einfach: Man wiegt alle Einzelkomponenten vor dem Einbau, addiert alles auf, und schon weiß man, was das Rack am Ende wiegen wird. In der Praxis kommen aber noch etliche Kabel, Schrauben und andere Kleinteile dazu, die sich schwer erfassen lassen. Oft wird das dann durch geschätzte „Blindmassen“ berücksichtigt, doch eine gewisse Unsicherheit bleibt. Somit war das Wiegen unseres neuen Racks ziemlich spannend, zumal wir laut Berechnung ganz knapp über den 200 kg lagen.
Am Dienstag haben wir es aber gewagt, und ich kann verkünden: Alles im grünen Bereich! Unten seht ihr das Rack inkl. aller Kabel und Ventline auf der Waage (die sich zwischen Rack und Hubwagen befindet). Hier sprang die Anzeige zwischen 202.2 und 202.3 kg. Nimmt man die Kabel runter, landen wir bei – tadaaa – 198.4 kg. Puuh.
Immer nach größeren Änderungen müssen wir das vom Experiment abgestrahlte elektrische Feld messen. Dies soll sicherstellen, dass unser Experiment keine anderen Experimente oder gar das Flugzeug stören kann. Vor allem nach Änderungen am RF-System wurde so eine Messung in der Vergangenheit von Novespace gefordert. Da diesmal quasi alles inklusive der Kammer neu ist, kommen wir um eine erneute Messung nicht herum. 😉
Wie die letzten Male auch hatten wir hierzu Besuch vom IPP, wo man über eine geeignete kalibrierte Antenne inkl. Messempfänger verfügt. Die letzte Messung war erst etwa ein Jahr her (da damals der RF-Generator neu war) und außerdem hatten wir alles gut dokumentiert. Somit wussten wir noch, was tun ist und das Ganze war schnell über die Bühne gebracht. Ach ja, und mit maximal ca. 0.2 V/m gemessener Feldstärke bleiben wir natürlich deutlich unter dem Grenzwert von 28 V/m.
Antenne vor dem Rack……zwischen den Racks……und im RackDeutlich zu sehen sind die 13.56 MHz (Marker 1) und die erste Oberwelle (27.12 MHz, Marker 3)
Die Ruhe hier im Blog ist eher als gutes denn als schlechtes Zeichen zu verstehen. Es herrschte emsige Betriebsamkeit, und dementsprechend gut sind auch unsere Fortschritte am neuen Rack.
Um euch nicht so auf die Folter zu spannen, hier erstmal ein Überblick von vor einigen Tagen, bevor es dann in die Details geht:
Baustellenansicht
Die Power supply Box ist längst fertig und hat ihren Platz im kleinen Rack bezogen, selbstverständlich von allen Seiten gut gesichert durch Bosch-Profile. Weil das recht langweilig aussieht, gibt’s außerdem noch die Ansicht mit geöffnetem Deckel.
Die Power Supply Box eingebaut im RackPower Supply Box geöffnet
Spannender ist natürlich das große Rack. Der Schraubendreher wurde ersetzt durch die neue Zyflex-Kammer. Auch das Gas- und Vakuumsystem ist fertig zusammengebaut. Auf dem dritten Bild könnt ihr außerdem eine der neuen Stromverteilerboxen sehen:
Blick ins noch recht leere ContainmentBlick von der Seite auf’s GassystemVakuumpumpen und Teile der Stromversorgung
Eine weitere Hauptaufgabe ist die Verlegung von gefühlt mindestens 278 Kilometern Kabel, die auch gut vorangeht. Während sich an manchen Stellen bereits Kabelbäume bilden, sind andere noch deutlich chaotischer und auch die Rückseite des großen Racks war lange eine ziemliche Baustelle.
Hier sieht es schon ganz ordentlich ausHier eher noch nichtAuch hier fehlt noch der eine oder andere Kabelbinder
Zwischendurch haben wir schonmal die Containmentplatten angeschraubt, um zu sehen, ob alles wie geplant passt. So bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie später die Flugkonfiguration aussehen wird.
Aktuell sind die vorderen Platten und die Monitore endgültig montiert. Auch die Rückseite sieht mittlerweile deutlich aufgeräumter aus. Letzte große Baustelle sind die Laser und Diagnostiken. Wie man aus der Vogelperspektive gut sieht, ist im Containment außer den Motorsteuergeräten für die Elektrodenverstellung noch nicht so viel los. Die Baugruppen sind aber vorbereitet und daher hoffe ich, hier bald Fortschritte verkünden zu können. 😉
Die Kammer ist fertig und funktioniert. Hier seht ihr noch einmal das erste Plasma in voller Pracht:
Erstes Plasma in der neuen Zyflex. Wirklich das allererste! *hust*Kontrollierender Blick von ChristinaFirst Light
Auch die Farbe ist schon gar nicht übel, nicht wahr? Wie versprochen hier jetzt ein paar technische Details:
Bei der alten Zyflex konnten Elektrode und Guardring getrennt verfahren werden. Dafür kamen jeweils zwei Piezo-Linearmotoren zum Einsatz – für oben und unten, Elektrode und Guardring also insgesamt acht Motoren. Dass immer zwei Motoren gemeinsam ein Teil bewegen sollten, hatte zur Folge, dass das Ganze verklemmte, sobald die Motoren mal nicht ganz synchron liefen. Also eigentlich fast immer.
Elektrode und Guardring werden bei der neuen Kammer gemeinsam verfahren. Dafür gibt es nur einen Motor, der über einen Zahnkranz drei Gewindespindeln antreibt, die dann die Elektrode und den Guardring verstellen. Durch die mechanische Kopplung laufen die Spindeln zwangsläufig synchron.
Der Mechanismus zur ElektrodenverstellungGewindespindeln
Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit Peltierelemente zur Steuerung der Elektrodentemperatur und Temperatursensoren einzubauen, was wir für die kommende Kampagne allerdings (noch) nicht nutzen werden.
Heute haben wir eine kleine Stellprobe gemacht. Im Rack wurden eine alte Dummy-Kammer (Wer erinnert sich noch an die PFC 2019?), 2D- und 3D-Laser und die Stereoskopiekameras platziert. Da das neue Rack etwas schmaler als das alte ist, können die Laser nicht wie gehabt nebeneinander stehen (zu sehen z.B. in diesem Beitrag). Daher war es ein wenig spannend, wie gut alles passt und ob noch viele Teile modifiziert werden müssen. Zu unserer Erleichterung klappt es aber mit auf die andere Seite gedrehtem 3D-Laser schon ganz gut, sodass nur kleine Änderungen fällig werden.
Stellprobe im neuen RackStellprobe im neuen Rack
Zum Abschluss noch ein kleines Bilderrätsel. Unten seht ihr, wie es gerade in unserem Rack aussieht. Was ist hier mit der Kammer passiert?
Spezialkammer?!?Und hier die Auflösung:Der Schraubendreher dient zum Markieren der Kammermitte – die Position, wo später der Vakuumanschluss dran muss.
Hier mal ein kleiner Einblick in unsere aktuellen Arbeiten. Da wir doch eine ganze Reihe an neuen Komponenten am Start haben, haben sich auch die Anforderungen an die Stromversorgung geändert. Da das alte System darüberhinaus nicht mehr allen Anforderungen entspricht und man ihm doch deutlich ansieht, dass es über die Jahre „gereift“ (sprich: unübersichtlich geworden) ist, wird an dieser Stelle ein Reset fällig. Das grundsätzliche Konzept wollen wir in der Form übernehmen, dass weiterhin möglichst viele Geräte aus zentralen Netzteilen gespeist werden sollen, um einen Wust an Steckernetzteilen zu vermeiden. Gleichzeitig ist jetzt alles vernünftig abgesichert und vom alten Kieler Experiment übernehmen wir die schicken Verteilerboxen für die 12 und 24 Volt – auch wenn uns die wahrscheinlich nicht ganz so schick gelingen werden. 😉
Seit dieser Woche sind alle Teile vollständig geliefert, sodass es losgehen konnte. Als erstes habe ich mir die power supply box oder kurz PSB vorgenommen. Diese Kiste, die im kleinen Rack unterkommen wird, beherbergt wie der Name schon sagt die Netzteile. Unten seht ihr eine allererste Stellprobe – mittlerweile ist das Ganze schon etwas weiter.
TeilelagerPSB – Power Supply Box
Christina ist derweil dabei, die neue Zyflex-Kammer zusammenzubauen. Hier seht ihr einen kleinen Einblick in ihr Reich:
Zusammenbau der neuen KammerRückseite eines Guardrings
Hierzu folgen demnächst noch weitere Details. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass die Kammer massiv überarbeitet wurde und wir uns nun Hoffnungen machen können, dass sich die Elektroden endlich ohne zu verklemmen verfahren lassen. 😉
PS: Gerade höre ich, dass die Kammer soweit fertig ist und zum ersten Mal abgepumpt wird. Es sieht so aus, als ob alles dicht ist!
Parabelflüge und Fallturm-Experimente an der Universität Greifswald