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Erster Test bestanden

Immer nach größeren Änderungen müssen wir das vom Experiment abgestrahlte elektrische Feld messen. Dies soll sicherstellen, dass unser Experiment keine anderen Experimente oder gar das Flugzeug stören kann. Vor allem nach Änderungen am RF-System wurde so eine Messung in der Vergangenheit von Novespace gefordert. Da diesmal quasi alles inklusive der Kammer neu ist, kommen wir um eine erneute Messung nicht herum. 😉

Wie die letzten Male auch hatten wir hierzu Besuch vom IPP, wo man über eine geeignete kalibrierte Antenne inkl. Messempfänger verfügt. Die letzte Messung war erst etwa ein Jahr her (da damals der RF-Generator neu war) und außerdem hatten wir alles gut dokumentiert. Somit wussten wir noch, was tun ist und das Ganze war schnell über die Bühne gebracht. Ach ja, und mit maximal ca. 0.2 V/m gemessener Feldstärke bleiben wir natürlich deutlich unter dem Grenzwert von 28 V/m.

Es wird Zeit für ein Update

Die Ruhe hier im Blog ist eher als gutes denn als schlechtes Zeichen zu verstehen. Es herrschte emsige Betriebsamkeit, und dementsprechend gut sind auch unsere Fortschritte am neuen Rack.

Um euch nicht so auf die Folter zu spannen, hier erstmal ein Überblick von vor einigen Tagen, bevor es dann in die Details geht:

Baustellenansicht

Die Power supply Box ist längst fertig und hat ihren Platz im kleinen Rack bezogen, selbstverständlich von allen Seiten gut gesichert durch Bosch-Profile. Weil das recht langweilig aussieht, gibt’s außerdem noch die Ansicht mit geöffnetem Deckel.

Spannender ist natürlich das große Rack. Der Schraubendreher wurde ersetzt durch die neue Zyflex-Kammer. Auch das Gas- und Vakuumsystem ist fertig zusammengebaut. Auf dem dritten Bild könnt ihr außerdem eine der neuen Stromverteilerboxen sehen:

Eine weitere Hauptaufgabe ist die Verlegung von gefühlt mindestens 278 Kilometern Kabel, die auch gut vorangeht. Während sich an manchen Stellen bereits Kabelbäume bilden, sind andere noch deutlich chaotischer und auch die Rückseite des großen Racks war lange eine ziemliche Baustelle.

Zwischendurch haben wir schonmal die Containmentplatten angeschraubt, um zu sehen, ob alles wie geplant passt. So bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie später die Flugkonfiguration aussehen wird.

Aktuell sind die vorderen Platten und die Monitore endgültig montiert. Auch die Rückseite sieht mittlerweile deutlich aufgeräumter aus. Letzte große Baustelle sind die Laser und Diagnostiken. Wie man aus der Vogelperspektive gut sieht, ist im Containment außer den Motorsteuergeräten für die Elektrodenverstellung noch nicht so viel los. Die Baugruppen sind aber vorbereitet und daher hoffe ich, hier bald Fortschritte verkünden zu können. 😉

Kick-Off der besonderen Art

Im September ist es mal wieder so weit. Vom 7. bis 18.9. geht es nach Bordeaux für unsere diesjährige Parabelflugkampagne. Es sieht so aus, als ob uns Wojciech wieder begleiten wird, den man mittlerweile wohl mit Fug und Recht als Teil der Stamm-Crew bezeichnen darf. Es gibt aber auch Veränderungen im Team, und es wird auch endlich wieder ein Erstflieger dabei sein – seid gespannt. 😉

Eine weitere große Veränderung gibt es beim Experiment. Das wird nämlich gerade zu großen Teilen neu gebaut! Seit einiger Zeit schon haben wir einige „Altlasten“ verbaut – Systeme, die unter den heutigen Regularien so nicht möglich wären – und außerdem ist das große Rack zu schwer. Dazu kommt, dass wir nun recht viele neue Komponenten haben. Einerseits ist eine neue, stark überarbeitete Version der Zyflex-Kammer fertig, bei der die Elektrodenverstellung (hoffentlich) nicht mehr verklemmt. Andererseits sollen vor allem im Gassystem nun die Komponenten getestet werden, die für COMPACT ausgewählt wurden.

Noch am DLR wurde unter Christinas und Daniels Federführung ein Rack gebaut, welches für die neue Kammer ausgelegt ist. Tja, und das stand seitdem beim DLR im Keller… bis zur letztjährigen Kampagne. Dort war das Tempus-Team so freundlich, das Rack aus Köln mitzubringen, sodass es nun über Bordeaux den (Um)Weg zu uns gefunden hat. Der Plan ist, dieses Rack komplett neu zu bestücken, während das kleine Rack weiterhin zum Einsatz kommt und nur stellenweise modifiziert wird.

Jetzt wird es ernst: Wir haben erstmal Platz im Labor geschaffen, und inzwischen steht das Rack in „Montageposition“ auf den Tischen des alten Kieler Experiments. Der Zeitplan ist natürlich ganz schön straff, aber wir werden versuchen euch über den Fortschritt auf dem Laufenden zu halten.