Und zwar diesmal wieder am guten alten September-Termin. Die Kampagne findet nächste und übernächste Woche – natürlich wieder in Bordeaux – statt. Neben der Greifswalder Stamm-Crew bestehend aus André, Christina, Daniel, Daniel und Stefan werden noch zwei Parabonauten von der Hochschule Mittweida vor Ort mit dabei sein. Was es mit dieser Kooperation genau auf sich hat und welche Hardware die beiden im Gepäck haben, dazu später mehr.
Für uns beginnt die Kampagne diesmal bereits ein wenig früher als gewohnt, denn aufgrund extrem gestiegener Speditionskosten sind wir gezwungen das Experiment mal wieder selbst zu fahren. Aktuell befinden wir uns in der Packwoche und sind dabei im Schweiße unseres Angesichts alles so abzuspecken, dass sowohl von der Masse als auch vom Volumen her alles in einen Sprinter passt. Am Freitag wird dieser dann beladen und am Samstagmorgen geht’s mit besagtem Sprinter und einem weiteren PKW auf in Richtung Frankreich.
Ich werde diesem Spektakel übrigens nicht beiwohnen müssen äähm dürfen, da ich erst am Montag nach Bordeaux nachkommen werde. Dafür wird sich auf dem Rückweg Daniel (I) absetzen und ich seinen Platz im Auto einnehmen.
Nun möchte ich noch kurz die „Berichterstattung“ hier vervollständigen. Am Donnerstag haben wir nach dem Flug noch fix eine Kalibrierung gemacht, und schon ging es ans Ausbauen des Experiments. Der arme LKW-Fahrer war schon vormittags da und hat nur darauf gewartet, dass das Experiment endlich aufgeladen werden kann. Die Ground Crew in Form von Christina hatte natürlich auch ihren Job gemacht und die Kisten waren gepackt. Entsprechend schnell ging alles vonstatten und um etwa 17 Uhr hatten wir alles verladen. Für den restlichen Tagsesverlauf lasse ich mal folgendes Bild sprechen.
Seize und Café Gourmand am letzten Abend
Am Freitag haben wir uns dann auf die Rückreise gemacht. Bei den Flügen hat alles planmäßig geklappt. Nur am Freitagnachmittag vor einem langen Wochenende mit dem Regionalzug nach Greifswald fahren zu wollen, ist halt eine schlechte Idee. So hatten wir dann in Berlin die Gelegenheit, unsere Gaumen während der Wartezeit auf den nächsten ICE wieder an die heimische Braukunst zu gewöhnen. Um halb Neun abends waren wir schließlich in Greifswald.
Heute früh kam das Experiment auch gleich schon an und aktuell werden die Daten kopiert. Sobald das abgeschlossen ist, kann ich euch vielleicht mit einigen Snapshots gespickt eine physikalische Zusammenfassung der Kampagne präsentieren.
Entschuldigt, dass ihr heute erst so spät von uns lest. Wir haben aber eine gute Erklärung. Wir durften nämlich zu viert (+ Cordula + Flat Eric natürlich) fliegen – vielen Dank an das DLR! Somit war die arme Christina alleine Ground Crew und hatte schon genug um die Ohren.
Die erweiterte Crew vom heutigen Flugtag
Das Experiment hat erneut bestens funktioniert und wir haben ein paar schicke Messungen gemacht.
Morgen geht’s dann wieder auf Richtung Greifswald. Natürlich nicht, ohne heute Abend die Kampagne bei einem Café Gourmand ausklingen zu lassen.
Wieder etwas vor Zeitplan ist die ZeroG um 09:20 Uhr mit unseren Parabonaut*innen an Bord abgehoben. Auf dem Abflugfoto macht die Crew bestehend aus André, Christina und Daniel (I) einen fast schon übermütigen Eindruck, aber seht selbst:
Guten Flug!
Update
Die ZeroG ist um 12:43 wieder gelandet. Heute hat alles nahezu perfekt geklappt. Eine kleine Überraschung wird es morgen geben – seid gespannt. 😉
… und der Flug (über der Biskaya) größtenteils ebenfalls. Unserer Crew wurde jedoch nicht langweilig, denn ein paar Überraschungen hielt das Experiment für uns bereit. Pünktlich zur ersten Parabel ließ sich ein Rechner nur noch sporadisch bedienen. Bei Versuchen, am Tastatur-Stecker zu rütteln etc. hat der Rechner dann auch noch einen seiner beiden Monitore verloren, sodass nicht mehr alle die Übersichtskamera vernünftig sehen konnten. Also nochmal das ganze Experiment runter- und wieder hochfahren und immerhin der Monitor war wieder da. Wenig später hatten wir dann auch das Problem mit der Tastatur endgültig lokalisiert und diese ersetzt.
Später brach dann die Verbindung mit dem Controller, der unter anderem die Dispenser ansteuert, immer wieder ab, ließ sich aber jedes Mal wieder herstellen. Außerdem wollten wir mit unterschiedlichen Elektrodenabständen experimentieren. Blöd, dass die Verstellung der oberen Elektrode nach den ersten 20 Parabeln festhing. Glücklicherweise jedoch in einer Position, mit der wir die restlichen Experimente durchführen konnten, ohne zu viele Kompromisse einzugehen. So haben wir am Ende doch die allermeisten Parabeln nutzen können, um Daten aufzunehmen.
Nun sind wir ohne größere Komplikationen bereit für den ersten Flug, der in eineinhalb Stunden abheben soll.
Einen kleinen Schreckmoment gab es gestern noch, als die 3D-Laserintensität bei einem letzten Testlauf stark zu wünschen übrig ließ. Also Containment nochmal auf – und schon war ein aus seiner Halterung gesprungener Spiegel zu sehen. Glück gehabt. Schnell wieder eingeklickt und schon konnten wir mit der Stereoskopie auch wieder etwas sehen. Nun hoffen wir natürlich, dass wir diesen Fehler selbst verursacht haben und der Spiegel sich nicht erneut löst.
Heute werden Christina, Daniel (II) und Stefan fliegen und können euch nach dem Flug bestimmt mehr berichten.
Parabelflüge und Fallturm-Experimente an der Universität Greifswald