{"id":426,"date":"2016-11-04T12:58:20","date_gmt":"2016-11-04T11:58:20","guid":{"rendered":"http:\/\/zerog.physik.uni-greifswald.de\/?page_id=426"},"modified":"2026-03-30T16:32:01","modified_gmt":"2026-03-30T14:32:01","slug":"was-sind-parabelfluege","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zerog.physik.uni-greifswald.de\/?page_id=426","title":{"rendered":"Was sind Parabelfl\u00fcge?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum sind wir eigentlich schwerelos auf den Parabeln, warum sind es Parabeln und wie schwerelos ist eigentlich unsere Schwerelosigkeit? Fragen wie diese hoffen wir auf dieser Seite beantworten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist Schwerelosigkeit?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Schwerelosigkeit herrscht, wenn nur die Schwerkraft wirkt.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So einfach ist das, das ist das gesamte Geheimnis, noch Fragen?<br>Na gut, Spa\u00df beiseite. Es ist zwar so, aber vielleicht kann ich helfen diese Aussage zu verstehen. Vielleicht h\u00e4tten Sie auch gesagt: \u201eSchwerelosigkeit herrscht doch, wenn Dinge, die ich loslasse, nicht zu Boden fallen\u201c. Und da kommen wir dem ganzen schon n\u00e4her: Wenn ich nun selber falle und der Raum um mich herum auch genauso schnell, dann f\u00e4llt mein Stift nicht runter, wenn ich ihn loslasse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Boden \u00fcbt der Erdboden Kraft auf alles aus, was auf ihm steht. Dort wirkt also nicht alleine die Schwerkraft, weswegen wir nicht dauerhaft schwerelos sind. Wenn nun auf alles nur die Schwerkraft wirkt, \u201ef\u00e4llt alles nach unten\u201c. Ein fallender Raum \u00fcbt dann keine Kr\u00e4fte mehr auf darin befindliche Personen und Gegenst\u00e4nde aus &#8211; diese werden schwerelos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Flugzeug setzt die Schwerelosigkeit aber schon ein, wenn wir noch nach oben fliegen. Dabei handelt es sich um einen sogenannten schiefen Wurf. Dieser ist vergleichbar mit einem freien Fall, allerdings mit einer schr\u00e4g nach oben gerichteten Anfangsgeschwindigkeit. Wenn wir unseren gedachten Raum mit uns darin nicht einfach fallen lassen, sondern in einem hohen Bogen wegwerfen, dann wirkt auf den Raum und alles darin ebenfalls nur die Schwerkraft. Wir beschreiben die gleiche Flugbahn wie der Raum &#8211; wir sind schwerelos. Und wenn wir wiederum etwas loslassen f\u00e4llt es in diesem Raum nicht zu Boden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Parabelflug<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Wirklichkeit ist unser Raum der Airbus A310 und das Werfen \u00fcbernehmen die Turbinen. In einer H\u00f6he von etwa 6000 m beginnen die Piloten die Flugzeugnase nach oben zu ziehen, bis sie einen Winkel von 50\u00b0 erreicht. An diesem Punkt wird der Schub stark reduziert und der Flieger folgt ab jetzt einer Wurfparabel, also einer Bahn, die ein Gegenstand beschreiben w\u00fcrde, wenn er mit 50\u00b0 und 460 km\/h abgeworfen w\u00fcrde. Das Flugzeug und alles in ihm wird schwerelos. Da wirklich nur die Gravitation wirken darf, m\u00fcssen die Turbinen noch ein wenig Schub geben, weil die Atmosph\u00e4re an der H\u00fclle reibt und uns bremsen w\u00fcrde. Das w\u00e4re dann eine zus\u00e4tzliche Kraft und unsere Experimente damit f\u00fcr die Katz\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einer Parabel fliegt man selbstverst\u00e4ndlich horizontal und nach einer Parabel will man dorthin zur\u00fcck, sodass jeweils die Flugzeugnase nach oben gezogen werden muss. Dabei treten wie bei einem Auto in der Kurve Zentrifugalkr\u00e4fte auf. Diese sind so stark, dass wir bis zu 1,8 mal so schwer werden wie normal. Die folgenden Grafik verdeutlicht die drei Phasen ziemlich anschaulich. Wir m\u00fcssen uns die Schwerelosigkeit gewisserma\u00dfen \u201eerkaufen\u201c:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a2d413ad1915&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a2d413ad1915\" class=\"aligncenter wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"89\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"http:\/\/zerog.physik.uni-greifswald.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/parabelmanoever-300x89.jpg\" alt=\"parabelmanoever\" class=\"wp-image-437\" srcset=\"https:\/\/zerog.physik.uni-greifswald.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/parabelmanoever-300x89.jpg 300w, https:\/\/zerog.physik.uni-greifswald.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/parabelmanoever-150x44.jpg 150w, https:\/\/zerog.physik.uni-greifswald.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/parabelmanoever.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die G\u00fcte der Schwerelosigkeit messen wir \u00fcbrigens in \u201e<em>g<\/em>\u201c. Das ist die Fallbeschleunigung bei uns auf der Erde. Wenn man etwas losl\u00e4sst, wird es mit <em>g<\/em>=9,81m\/s\u00b2 beschleunigt. Bei 1,8<em>g<\/em> ist die Beschleunigung also fast doppelt so gro\u00df, was uns so schwer erscheinen l\u00e4sst. Und unter Schwerelosigkeit hat man 0 <em>g<\/em>, also gar keine Beschleunigung. Tats\u00e4chlich schaffen die Piloten unter +-0.05 <em>g<\/em> zu bleiben, was f\u00fcr uns meist ausreicht. Die Piloten steuern zu dritt, ohne Computerunterst\u00fctzung. Einer f\u00fcr links\/rechts, einer rauf\/runter und der dritte regelt den Schub der Turbinen, um die Luftreibung auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von Flugzeugen und Satelliten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und warum herrscht jetzt Schwerelosigkeit im Weltraum? Weil Satelliten auch nur Wurfbahnen beschreiben. Wenn man die Abwurfgeschwindigkeit immer weiter erh\u00f6ht, f\u00e4llt man gewisserma\u00dfen an der Erde vorbei und landet, im besten Fall, auf einem Orbit um unseren Planeten. Dieser muss nicht zwangsl\u00e4ufig rund sein. W\u00e4re die Erde nur ein Massenpunkt im Zentrum unseres Planeten, so w\u00e4re unsere Parabel in sehr guter N\u00e4herung nur der \u00e4u\u00dferster Zipfel einer extremen Bahn um diesen Punkt. Stellen wir uns vor wir befinden uns im h\u00f6chsten Punkt unserer Parabel, etwa 240 km\/h schnell und knapp 6400 km entfernt vom Erdzentrum. Statt nach 10 Sekunden den Flieger abzufangen, k\u00f6nnen wir einfach weiterfliegen. Nach etwa 10 Minuten w\u00e4ren wir 40 km horizontal von unserem Ursprungsort entfernt, allerdings schon auf halbem Weg zum Mittelpunkt. Horizontal kommen wir unserem Ursprung nun wieder schnell n\u00e4her, aber auch dem Mittelpunkt. Nach weiteren 5 Minuten etwa w\u00e4ren wir bis auf unter 300 m an den Mittelpunkt gelangt, nur um in Sekundenbruchteilen extrem zu beschleunigen, ihn mit aberwitziger Geschwindigkeit zu runden und sofort wieder langsamer werden\u2026 Und das alles schwerelos. Im Endeffekt w\u00fcrden wir uns auf einer Ellipse bewegen, deren oberer Teil in seeehr guter N\u00e4herung der Parabel entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum sind wir eigentlich schwerelos auf den Parabeln, warum sind es Parabeln und wie schwerelos ist eigentlich unsere Schwerelosigkeit? Fragen wie diese hoffen wir auf dieser Seite beantworten zu k\u00f6nnen. Was ist Schwerelosigkeit? Schwerelosigkeit herrscht, wenn nur die Schwerkraft wirkt. So einfach ist das, das ist das gesamte Geheimnis, noch Fragen?Na gut, Spa\u00df beiseite. 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